Ein wilder Garten wird wieder kultiviert

Mittlerweile haben wir unseren 2. Garten und können auf einer Gesamtfläche von 1100 m² anpflanzen. Da die Gärten räumlich voneinander getrennt sind, haben wir nun noch mehr Möglichkeiten verschiedene Gemüse-Sorten samenfest und sortenrein anzubauen. 

 

Unser neuer Garten lag 4 Jahre brach und glich mehr einem verwunschenem Garten als einem Nutzgarten.

Schritt für Schritt gestalten wir ihn nun wieder um.

 

Der alte Obstbaumbestand (Äpfel, Birnen, Holunder, Pfirsich, Quitte, Pflaumen, Johannisbeeren und Jostabeeren) wurde von uns mit etwas "Exotischen-Obst-Sorten" erweitert, die auch in unserem Klima gut wachsen können, da sie Minusgrade im Winter überstehen können. Das ist für uns eine neue Erfahrung, der wir mit viel Freude aufs Gelingen entgegen sehen.

  • Maulbeere (gepflanzt im Okt. 2017)
  • Grantatapfel (Pflanzung im Frühjahr 2018)
  • Feige (noch in Anzucht, Pflanzung, sobald sie groß genug ist)
  • Pistazie (noch in Anzucht, Pflanzung, sobald sie groß genug ist)

Aber auch Altbewährtes durfte neu in unseren Garten kommen:

  • Aprikose (gepflanzt im Okt. 2017)
  • Bergpfirsich (gepflanzt im Okt. 2017)
  • Trauben (gepflanzt im Okt. 2017)
  • Himbeeren (Umsetzung aus Nachbars Garten in unseren im Frühjahr 2018)

Der Ursprung des Gartens

Fast schon zu schön verwildert...mystisch, geheimnisvoll, ursprünglich war dieser Garten, aber in diesem Zustand leider für uns nicht nutzbar. Die Bäume bekamen kaum mehr Licht durch den sich über den ganzen Garten breitmachenden wilden Wein, der das ganze Terrain mit seinen langen Tentakeln umwoben hatte . Sogar in den dunklen Schuppen war er hinein gekrochen ...wahrscheinlich um mal nachzuschauen was da wohl drin sei :-)

Was wir  in Etappen aus ihm gemacht haben zeigen wir Euch in Bildern und Informationen unserer Aktionen, vielleicht auch als Anregung für Euren Garten?

 

Entrümpelung und Anlegen von Beeten

 

Der Anfang... aber wo fängt man da bloß an...grübel...grübel

  • Wilder Wein entfernen
  • Alteisen zusammen sammeln und dem Eisenhändler geben
  • Wilde Zwetschgenbäume entfernen und stapeln zum späteren Häckseln
  • Ackerfläche mähen
  • Ackerfläche fräsen
  • Beete anlegen
  • Knoblauch stecken, Wintergemüse säen
  • Entdeckungen machen (Duftrosen, Quitten und viele viele Regenwürmer, nebst wunderbarer Erde)

 

Nachdem wir die Fläche mit einem Freischneider gemäht hatten, wurde die frühere Beetfläche gefräst. Man hätte diese Arbeit auch per Hand leisten können, aber wir wollten unsere Kräfte ein wenig schonen, um all die vielen anderen Arbeiten vor dem Winter noch schaffen zu können.

 

Nach dem Fräsen wurde der Boden von uns mit der Grabgabel noch etwas tiefer gelüftet und die Grassoden, und Wurzelstücke im Boden nebst unerwünschten Beikräutern wie Disteln, Brennesseln und weitere kleine Zwetschgenbäumchen entfernt .

 

Der Vorteil einer Grabgabel ist, dass man damit in die Erde nur einsticht, die Gabel vor und zurück bewegt und  nach links und rechts "wackelt". Damit erreicht man, dass die Struktur der Mikro-Organismen im Boden erhalten bleibt und sich nicht ständig wieder neu bilden muss. Das stärkt den Boden und freut die Mikroben.

 

Nach der Pflanzung bzw. Aussaat der Winter-Gemüse (Spinat, Knoblauch, Posteleien, Winterkopfsalate, Gründung mit Winter-Wicken), haben wir die Beete mit dem zuvor abgemähten Gras gemulcht. Man kann dazu aber auch Blätter von Obstbäumen oder Buchen, etc. verwenden oder auch mit Stroh mulchen. Die Fläche erhält so einen optimalen Schutz (auch für die Jungpflanzen), gleichzeitig dient der Mulch als Nahrung für Kleinstlebewesen (die Regenwürmer haben Hunger!) und Errosionsschutz (Regen wäscht z.B. den Boden nicht aus).

 

Wir lieben Rundungen im Garten und daher haben wir die Beete auch rund angelegt. Dazu nimmt man eine Schnur, bindet sie an einem Stock fest und steckt diesen in die Mitte des Beetes. Nun lässt sich wunderbar in gleichen Abständen ein Kreis mit entsprechenden Segmenten ziehen, indem man den Kreis abgeht und Stöcke zum markieren der Fläche in die Erde treibt. Fußwege nicht vergessen. Es gibt dem Garten einen völlig neuen Charakter, wenn man solche Beete anlegt.

 

Den Heckenschnitt vom Vorgänger am Rand des Ackers haben wir bewusst als Totholz für die Wildtiere liegen gelassen. Eine Kröte hatte uns  recht früh angezeigt, dass sie in diesem Garten wohnt und auch Unterschlupf benötigt. 

 

Flechtbeet anfertigen

 

Während Peter sich mit den Baumstümpfen befasste, legte ich ein Flechtbeet aus den ausgemachten Zwetschgen-Schösslingen an. Bei der Gestaltung des Gartens kommt es uns drauf an Naturmaterialien zu verwenden, die, wenn möglich, vor Ort vorhanden sind. Da boten sich die Pflaumenästen wunderbar an auch wenn sie ein wenig krumm und schief waren. Haselnusszweige sind bei weitem besser geeignet um das Flechtbeet gleichmäßiger zu gestalten - sie sind auch biegsamer. Unser Hochbeet ist jetzt eine robustere Variante geworden.

 

Baumstümpfe per Muskelkraft und Geschick entfernen

Es waren 4 Baumstümpfe, die Peter mit viel Ausdauer und Muskelkraft mühevoll ausgegraben hat. Eine phantastische Leistung! Ein Bagger wäre nicht durch das enge Gartentor gekommen und so blieb nur die Wahl der Handarbeit.

 

Leider hatten die Vorgänger des Gartens Zwetschgen- und Apfelbäume in ca. 1m Höhe abgeschnitten und somit mussten sie raus geholt werden. Das dauerte zwischen  5 bis 8 Stunden je Baum. Die Erde um die Wurzel wurde gelockert und Schaufel für Schaufel entfernt, die Wurzeln mussten immer wieder abgesägt werden bis der Stamm endlich zu wackeln anfing und man mit Hilfe der Hebelwirkung den Baum aus der Erde bekam...fast wie bei einem Wackelzahn ;-)

Nach dieser Aktion haben wir neue Bäume gepflanzt. Momentan sind sie noch in der Winterstarre und wir freuen uns darauf alle Pflanzen im Frühling erwachen zu sehen.

 

Maulbeere, Granatapfel, Bergpfirsich, Aprikose, Weintrauben, Minikiwi, Kiwi, Heidelbeeren, Maibeeren, Äpfel, Birnen, Pfirisich, Holunder, Jostabeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren.

 

Das nächste Projekt ist schon im Anmarsch...

Gewächshaus zusammen puzzeln